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Das Jahr des Feuerpferdes: Ein Frühling mit Beigeschmack

2026 – oder im chinesischen Kalender auch das Jahr des Feuerpferdes. Dieses steht exemplarisch für eine Sache: den Aufbruch, aber auch für eine gewisse Unruhe und ungebändigte Energie. Nun beginnt im besagten Kalender das neue Jahr nicht direkt am 1. Januar wie bei uns, sondern dieses Jahr am 17. Februar. Wir nähern uns aktuell dem Mai, der Sommer rückt immer näher, draußen wird es wärmer und man kann endlich wieder mit der Sonne gemeinsam aufstehen (vorausgesetzt, man hamstert nicht im brutalen Schichtrad). Doch nach meiner persönlichen Euphorie zu Beginn des Jahres ist zunehmend eine gewisse Ernüchterung eingetreten.

Ich möchte hier kein großes Pamphlet darüber abhalten, wie „kacke“ doch die Welt ist, dass wir von korrupten Politikern regiert werden, dass all das aufkeimende Gute schnell von irgendjemandem erstickt wird oder dass alles ungerecht ist. Dazu befinde ich mich wohl in einer allzu privilegierten Lage: Ich habe ein Dach über dem Kopf, ich kann essen, was ich möchte, und es mir leisten (okay, vielleicht kein Fleisch, da ich Vegetarier bin), mein Gehalt kommt pünktlich, ich habe eine Partnerin an meiner Seite, die mir all das gibt, was ich mir je von einer Frau erträumt habe, und darf diese sogar bald heiraten.

Eigentlich die perfekte Basis, sollte man meinen. Aber es schwingt gegenwärtig etwas in meinem persönlichen Raum mit, das ich nicht ganz genau deuten kann. Ich würde es in erster Linie als eine Art Ungewissheit festmachen wollen – das trifft es wohl ganz gut, wenngleich es in seinem Wording auch nicht sonderlich innovativ ist.

Die KI-Revolution: Wenn der Biber am Stuhlbein nagt

Was passiert mit vielen Jobs, was passiert mit meinem Büro-Job? Das Thema KI ist ja nicht mehr nur ein nettes Beiwerk oder Spielzeug; es durchdringt mittlerweile alle Ebenen unserer Arbeitswelt und greift offensichtlich Dinge an, die uns als Menschen im Kern betreffen. Es nagt wie ein Biber am Holz an unseren Jobs, an einer Vielzahl von Existenzen. Sicherlich gibt es auch ein paar Nebeneffekte, die nicht verkehrt sind – schließlich können sich Firmen nun betriebsbedingt von ihren „faulen Eiern“ befreien. Die Zahl dieser Fälle dürfte aber gering sein, die Zahl der fleißigen Arbeitsbienen, die ersetzt werden, umso höher.

Das ist aber nur der eine Teil. Der andere findet noch eine Ebene höher statt, denn ganze Geschäftsbereiche werden im wahrsten Sinne des Wortes gefressen. Ein Unternehmen überlegt es sich heutzutage dreimal, echtes, menschliches Personal einzustellen, wenn es noch nicht einmal weiß, ob es morgen selbst überlebt oder ob nicht ein cleverer Computer die Aufgaben effizienter übernehmen kann. Eine Zwickmühle, in der überhaupt noch nicht abzusehen ist, wohin sie uns führen wird.

Als ich zuletzt einem Business-Event beiwohnen durfte, erzählte der Speaker Laurent Burdin, dass er sich absolut sicher sei, dass ein Großteil des heutigen Publikums spätestens 2030 nicht mehr in dieser Form anwesend sein werde. Nicht, weil die Menschen dann alle in Rente sind, nein: Es wird die Firmen und Geschäftsmodelle schlichtweg nicht mehr geben. Tröstlich war hingegen ein anderer Vortrag über die Future Work Skills. Dennis Fischer nannte dabei explizit Kompetenzen, die Maschinen (noch) schwerfällt:

  • Lebenslanges Lernen
  • Empathie
  • Resilienz
  • Selbstmanagement
  • Kreativität
  • Komplexe Probleme lösen
  • Kritisches Denken
  • Kommunikative Kompetenz
  • Unternehmerisches / Proaktives Denken

Durchaus Dinge, die ich mir zuschreiben kann – natürlich nicht zu 100 %, aber doch zu großen Teilen. Und ja, das beruhigt mich dann gewissermaßen schon wieder ein wenig. Es zeigt, dass der „Mensch“ in seiner Ganzheitlichkeit eben doch mehr ist als nur ein Datenverarbeiter.

Körperliche Fitness vs. mentale Stringenz

Ein anderes Thema, das mich immer mehr beschäftigt: Wie kann ich für meine Gesundheit und auch für meine finanzielle Perspektive vorsorgen? Eins nach dem anderen – schauen wir zuerst auf die Gesundheit. Hier wird es vermutlich fast schon skurril, denn körperlich befinde ich mich gerade auf einem beachtlichen Level. Ich schaffe es, jede Woche einen Halbmarathon zu laufen, dazu kommen ein bis zwei zusätzliche Läufe und die Zeit fürs Krafttraining nehme ich mir auch noch. Der Körper funktioniert also, wie er sollte. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, gerade wenn man stramm auf die 40 zusteuert.

Verrückt macht mich dann aber die Tatsache, dass ich es nicht zu 100 % schaffe, bei meiner Ernährung eine echte Stringenz hineinzubekommen. Ich ertappe mich immer wieder selbst dabei, wie ich hier und da ungesundes Zeug esse, sodass ich meinem letzten körperlichen Ziel – einem flachen Bauch (herrje, wie eitel kann man sein?) – einfach nicht näherkomme.

Daneben gibt es eine weitere Ebene, die mich zunehmend verwirrt: Der Dschungel der Supplementierung. Was braucht man wirklich und in welchen Mengen? Gefühlt ist heutzutage jeder die Koryphäe schlechthin auf seinem Gebiet und weiß alles besser. Natürlich ist jeder Körper individuell, aber bei den verschiedenen Dosierungsempfehlungen kann man ganz schön kirre werden. Nun denn, hier werde ich mir bald ein objektives Bild machen können – genauer gesagt durch ein großes Blutbild. Mir ist bewusst, dass auch dort nicht alles Essentielle abgedeckt wird, aber es liefert zumindest erste Indikatoren. Wenn ich den Drang verspüren sollte, das weiter zu intensivieren, kann ich es ja tun – natürlich auf eigene Kosten, denn die Krankenkassen haben scheinbar wenig Interesse daran, einen proaktiv gesunden Lebensstil zu fördern.

Finanzielle Erosion und der Traum vom Eigenheim

Den finanziellen Aspekt hatte ich oben bereits angeschnitten. Ich finde es mittlerweile erschreckend, wie dem Geld der Wert entzogen wird. Die Inflation ist das eine, aber die Kosten für das normale Leben werden immer horrender. Ich höre des Öfteren Sätze wie: „Man arbeitet heutzutage nur noch, um sich die Miete leisten zu können.“ Ich finde es deprimierend und für die gesellschaftliche Zukunft verheerend, wenn sich ehrliche Arbeit gefühlt nicht mehr lohnt.

Sich den Traum eines Eigenheims zu erfüllen? Für viele ist das schier unmöglich geworden, sofern man nicht das Glück hat, in eine Konstellation mit dickem Erbe hineingeboren zu sein. Und falls man sich doch an eine Finanzierung wagt, sind die aktuellen Zinsen oft die bittere Sahne auf der Torte, die zur haushohen Verschuldung führt. Es fühlt sich an, als würde man gegen eine Strömung anschwimmen, die immer stärker wird.

Rückbesinnung auf das Wesentliche

Ach, vielleicht zermartere ich mir auch einfach zu sehr den Kopf. Vielleicht sollte ich öfter das Handy weglegen, den ständigen Informationsfluss dämmen und stattdessen meine eigene Kreativität fördern. Oder einfach mal wieder in Ruhe etwas Gescheites lesen, das nichts mit Optimierung zu tun hat.

Und außerdem: Warum nicht mehr Vertrauen in die wichtigsten Personen in meinem Umfeld setzen? Um mal eine richtige Weisheit rauszuhauen: Was man alleine nicht schafft, das schafft man gemeinsam. Das wusste schon irgendein schlauer Mensch vor mir – und das Etikett meines Yogi-Tees. In diesem Sinne: Cheers! Möge der Aufbruch in mir (und in euch, falls ihr diesen Struggle auch gerade durchlebt) wieder an Kraft gewinnen.

Marcel Kaletta


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